Archiv für Juli 2007

UPDATE 2: NAZIS? NO WAY! AFA ACTION 14.7 LÜNEBURG

Die Demonstration gegen den Naziaufmarsch ist verboten worden! Am 14.07. wird deshalb nur eine stationäre Kundgebung auf dem Lambertiplatz stattfinden. Beginn ist um 11 Uhr.

checkt www.antifa-lg.de für weitere Infos zum Naziaufmarsch!

Für die gemeinsame Anreise aus Hamburg wird sich nichts mehr ändern:
11:30 Uhr vorm Reisezentrum im Hauptbahnhof (Nordseite/ Wandelhalle), unser Metronom fährt um 11:54 Uhr aus Gleis 12 a/b und erreicht um 12:26 Uhr den Bahnhof Lüneburg.

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WHAT`D I SAY? – WER STREIT SUCHT BEKOMMT IHN AUCH!

Am 2. Juni sollte in Schwerin ein bundesweiter Naziaufmarsch stattfinden. Eine offensive und entschlossene antifaschistische Mobilisierung verhinderte dies!
Eine Nachbereitung der Hamburger Mobilisierung von der Gruppe [tag]

It`s you or no one – Hamburg
Als klar wurde, dass die Nazis (NPD & Freie Kameradschaften) für den 2.Juni, also parallel zur Anti-G8 Auftaktdemonstration in Rostock einen Aufmarsch in Schwerin planten, haben wir uns dazu entschieden unsere Priorität auf dessen Verhinderung zu legen.
Wir organisierten eine Infoveranstaltung am 23.5, zu der ca. 100 Menschen, vor allem aus dem Anti-G8 Spektrum in die Flora kamen. Bei der Infoveranstaltung waren neben Genoss_innen der Antifa Wismar auch Genoss_innen aus dem Anti-G8 Spektrum auf dem Podium anwesend. Während die Genoss_innen aus Mecklenburg-Vorpommern (M-V) letzte Infos rund um die Gegenaktivitäten lieferten, machten die Genoss_innen aus dem Anti-G8 Spektrum deutlich, warum es ihnen trotz der Großdemo in Rostock wichtig ist nach Schwerin zu fahren um dort die Nazis offensiv zu stoppen Wir freuen uns über diese szeneübergreifende Zusammenarbeit, aus der sicherlich noch das eine oder andere folgen wird.
Durch unseren Aufruf „Beat it!“, der norddeutschlandweit auf verschiedenen Events im Vorfeld des Gipfels verteilt und von Gruppen aus verschiedenen Bundesländern und aus verschiedenen Spektren unterstützt wurde, wurde die Mobilisierung nach Schwerin nochmals vorangetrieben.
Aus den guten Erfahrungen (z.B. 30.4. Lübeck) einer gemeinsamen Anreise per Zug mobilisierten wir auch dieses Mal wieder für diese Reiseoption. Rund 300 Antifas schlossen sich unserer Reisegruppe an. Das weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt Nazis im Zug saßen, war natürlich selbstverständlich!

Early in the morning – Schwerin
Gegen 10.00 Uhr, also direkt bei der Einfahrt unseres Zuges in den Schweriner Hauptbahnhof, wurde öffentlich, dass sowohl die Nazidemo, als auch die Antifademo verboten blieben. Deshalb entschlossen wir uns nach kurzem Aufenthalt in Schwerin, zur Anti-G8 Auftaktdemo nach Rostock weiter zu fahren. Diese Entscheidung fiel aufgrund der Tatsache, dass wir in Schwerin keine Handlungsoptionen mehr sahen.
Ca. 150 Genoss_innen in Schwerin wurden von den Bullen, nachdem sie versucht hatten eine Spontandemo durchzuführen, rechtswidrig eingekesselt und bis zum Abend in Gewahrsam genommen.
Gegen diese rechtswidrige Vorgehensweise der Cops wird juristisch vorgegangen, wer Kontakt zu den Anwält_innen haben möchte, kann sich bei uns melden.
Der geplante Großaufmarsch der Nazis konnte also de facto nicht stattfinden, allerdings konnten sie mehr oder weniger ungehindert mehrere kleinere Demonstrationen in verschiedenen Städten durchführen.

Don`t rain on my parade– Rostock
An der Großdemo in Rostock an sich haben wir massive Kritik, denn unsere Befürchtungen in Bezug auf politische Aussagen wurden leider voll erfüllt. Die Beliebigkeit dieser Demo wird z.B. daran deutlich, dass ohne weitere Probleme neben ATTAC, staatlichen Parteien bis hin zur radikalen Linken alles in ihr mitlief. Im vorderen Teil der Demonstration, der wie ein fröhlicher Karneval wirkte, wurden Pappfiguren mitgeführt, die platteste antisemitische Stereotype (eine obligatorische Krake auf einer Weltkugel und Puppen mit „Segelohren“ und „Hakennase“) darstellten. Von einer massiven personalisierten „Kapitalismuskritik“, die auf vielen Transparenten und Schildern zu lesen war, ganz zu schweigen. Die hier sichtbar werdenden antisemitischen Klischees waren zwar zu erwarten, dennoch kritisieren wir diese aufs Schärfste. Wir wollen hier aber nicht die gesamte Demonstration verurteilen, doch eventuelle notwendige Positionierungen zu den hierin sichtbar werdenden antisemitischen Klischees sind, wenn es sie gibt, in der Militanzdebatte leider untergegangen.
An der Demonstration beteiligten sich auch zwei linksradikale Blöcke. Die an diesen Blöcken beteiligten Menschen widersetzten sich alle konsequent dem Vermummungsverbot. Des Weiteren wurde aus mindestens einem dieser Blöcke militant agiert. Zum Ende der Veranstaltung entwickelten sich auf dem Platz der Abschlusskundgebung massive Riots. Bei diesen gab es zwar viele kritikwürdige Aktionen, wie z.B. das Werfen von Steinen aus der 30. Reihe, also auf die Hinterköpfe der eigenen Genoss_innen_innen (So ein Verhalten geht gar nicht und gehört zurechtgewiesen, zur Not auch sehr bestimmt). Trotzdem denken wir, dass durch kollektive, direkte Aktionen gegenüber den Cops ein klares Signal gesetzt wurde.
Wir verurteilen die Spaltungsversuche und Entsolidarisierungen einiger linker bzw. linksradikaler Gruppen vom linksradikalen Block und den gelaufenen Aktionen. Im Vorfeld des G8 Gipfels hätte doch schon allen Beteiligten von großen Bündnissen, wie etwa dem der Interventionistichen Linken, klar sein müssen, dass wenn es hart auf hart kommen würde, zivilgesellschaftliche Bündnisse wie etwa BLOC G8! sich nicht mehr solidarisch mit der radikalen Linken zeigen würden. Sich im Nachhinein überrascht zu geben mag die eigene Bündnispolitik für kurze Zeit entlasten, am eigentlichen Problem daran ändert dies aber nichts. Auch der staatsfixierte, appellative Protest von Attac und Co. fühlte sich davon betrogen, dass Menschen sich ihre Aktionsformen von ihnen nicht vorschreiben lassen wollten. Es gab offensichtlich eine ganze Menge an Menschen, die lieber auf direkte Aktionen als auf die Logik des systemimmanten Protestes setzen wollten und dabei versuchten diese zu durchbrechen. Direkte Aktionen bedürfen keiner staatlichen Legitimation, sie müssen eben nicht ständig nur Reaktion sein! Die bürgerliche Gesellschaft, die kapitalistische Gesellschaftsordnung ist auf Gewalt aufgebaut: Umweltzerstörung, Krieg und Abschiebungen sind noch die sichtbarsten gewalttätigen Ausformungen davon. Die strukturelle Gewalt, die unser aller Leben bestimmt durch den Zwang zur Lohnarbeit, das Patriarchat usw. sind alles Teile des Systems in das mensch sich zu integrieren hat, um nicht von der Gesellschaft ausgekotzt zu werden. Die Auseinandersetzungen vom 02. Juni in Rostock haben diesen Betrieb zwar nicht wirklich durcheinander gebracht, doch war der Wille zu spüren, sich dem Staat gegenüber antagonistisch zu positionieren. Zwar wurde dabei der herrschende Diskurs nur geringfügig gestört, da gewalttätige Auseinandersetzungen mit dem Staat in Gestalt der Bullen auf der einen und der radikalen Linken auf der anderen Seite auch nur Teil desselben Spektakels sind. Trotzdem zeigen sie so etwas wie einen Antagonismus dem Staat gegenüber und sie zerstören die Logik des appellativen Protests, der sich immer an eine höhere Instanz (Staat, UNO usw.) richtet. Das heißt für eine radikale Linke, dass sie nicht konstruktiv mitarbeitet, sich nicht einbinden lässt, sondern die Überwindung des Kapitalismus klares Ziel ist und bleibt. Dies zeigt uns einen Weg: stehen bleiben ist nicht! Denn, wie auch die Genoss_innen_innen der Antifa Aktion Berlin(1) vor einigen Jahren schon erkannten: Ohne eine radikale Kapitalismuskritik ist jede Randale nur eine Randale und nichts weiter!

Beyond the sea – Sommer, Sonne & Kommunismus!
Aus der erfolgreichen Mobilisierung nach Schwerin ziehen wir für uns unter anderem als Fazit, dass sich eine bundesweite Mobilisierung auch als Druckmittel auf den Staat eignet um die sog. Gefahrenprognose schon im Vorfeld in die Höhe zu treiben. Dabei ist klar, dass eine staatliche “Verhinderung“ wie dieses mal in Schwerin geschehen ist, keine Grundlage für Antifaschismus sein kann. Punktuell mag dieses Mittel aber von strategischem Nutzen sein. Klar ist aber auch, dass immer noch die radikale Linke Antifaschismus macht und nicht dieser Staat! Die Aktionen rund um die Großdemo in Rostock haben deutlich gemacht, dass wenn es tatsächlich zu einer Nazidemo in Schwerin gekommen wäre, diese offensiv gestoppt bzw. durch direkte Aktionen verhindert worden wäre.
Auch die spektrenübergreifende Zusammenarbeit mit verschiedenen Gruppen aus Norddeutschland hat deutlich gemacht, dass eine Vernetzung möglich und nötig ist.
Wir freuen uns auf weitere gute Zusammenarbeit!

splish- splash : don`t gamble with the black bloc

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[tag] Hamburg Juli 2007

(1) AAB, 2001 / „Das Ende der Gewalt!“ / (Mobi & Inhaltliches zum 1.Mai 2001)

Bei Indy hier zu finden

UPDATE: NAZIS? NO WAY! AFA ACTION 14.7 LÜNEBURG

Der Naziaufmarsch ist auf 14:00 Uhr verlegt worden, die Antifa-Aktionen starten ab 13:00 Uhr, daher ist der neue Teffpunkt um 11:30 Uhr vorm Reisezentrum im Hauptbahnhof (Nordseite/ Wandelhalle), unser Metronom fährt um 11:54 Uhr aus Gleis 12 a/b und erreicht um 12:26 Uhr den Bahnhof Lüneburg.

Für mehr Infos zu den Aktionen vor Ort, checkt www.antifa-lg.de!

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