Archiv der Kategorie 'Antifa'

LISA POLITT – ANTIFA SOLI – 1.6. ROTE FLORA – HH

Gott der Herr hat 7 Zähne
von der Überlegenheit der westlichen Zivilisation –Ein Kabarett- Solo von und mit Lisa Politt

Präsentiert von [a²]-Hamburg

Kein Zweifel: Aus Frau Dr. Semisch- Brendel hätte etwas ganz Großes werden
können. Und wenn Portzner ihr damals an der Uni den Forschungsauftrag nicht vor
der Nase weggeschnappt hätte, dann hätte das mit ihrer Karriere auch sicher
geklappt. – Nicht, dass sie heute unzufrieden wäre: Ihre Familie erfüllt sie
mit privatem Glück, und ihre Seminare für einbürgerungswillige Ausländer
erfüllen sie sogar mit dem sicheren Gefühl, einer sinnvollen Tätigkeit
nachzugehen. Nur Mitmenschen mit eindeutig böser Absicht können behaupten, sie
würde den Frust über ihren eigenen Misserfolg an ihren Schülern auslassen. Als
Soziologin freut sie sich natürlich mehr auf die Vermittlung der deutschen
Kultur und Werteordnung als auf den Sprachunterricht. Gerade als als sogenannte
Alt- 68erin, die die linken Hirngespinste ihrer Generation heute als Irrweg
erkannt hat, weiß sie, dass an den alten Werten eben doch etwas dran ist.
Deswegen muss sie sich auch nicht verstellen, wenn sie diese Werte an ihre
Kursteilnehmer vermittelt – sie ist, wenn auch nicht unkritisch, im Großen und
Ganzen von ihnen überzeugt. Und sie ist überzeugt davon, dass sie mit ihrer
inneren Haltung, ihrem lockeren Umgangston und ihrer engagierten und
zupackenden Art zu den beliebtesten Lehrern des Kollegiums gehört. Als ihr die
Zunge vom Raki des Kursteilnehmers Murat gelockert wird, der Geburtstag hat, da
kommen Dinge zutage, die sie unter normalen Umständen wohl so nie geäußert
hätte…

Musikalische Mitarbeit: Jo Jacobs und Gunter Schmidt

Für den 1.Mai kündigten sog. „Freie Kameradschaften“ und andere Nazis eine
Großdemonstration in Hamburg an. Um diese nicht unwidersprochen stattfinden zu
lassen gab es eine bundesweite, antifaschistische Mobilisierung zu
Gegenaktivitäten. Die Einnahmen dieser Veranstaltung gehen in die Deckung der
hierbei angefallenen Kosten.

Solidarität kann auch Spaß machen!

1.6.08 Einlass 19 Uhr / Beginn 20 Uhr ROTE FLORA -Achidi John Platz 1 / 20357 HH


ANTIFA CAFE HAMBURG – JUNI – 1.MAI NACHBEREITUNG

Nachbereitungsveranstaltung zu den antifaschistischen Aktivitäten am 1. Mai in Hamburg-Barmbek.

Wir erinnern uns:
Am 1. Mai marschierten etwa 1000 Nazis von NPD, „Freien Kameradschaften“ und so genannten Autonomen Nationalisten, eine durch die Polizei freigeräumte Route durch Barmbek und trafen dabei auf vielfältigen antifaschistischen Protest.

„Randale gegen Rechts“ (Welt Kompakt), „Hier lodert der Hass“ (mopo) oder „Straßenkrieg der Extremisten“ (Zeit Online) waren die Schlagzeilen zu diesem Tag.

Unabhängig von sensationsgeilem Boulevardjournalismus wollen wir eine Nachbetrachtung der Ereignisse vom 1. Mai vorstellen. VertreterInnen autonomer antifaschistischer Gruppen und vom Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR) werden auf dieser Veranstaltung eine politische Einschätzung des Tages geben. Hierfür und für eine anschließende Diskussion laden wir alle interessierten AntifaschistInnen herzlich ein.

Fr. 6.6.08 – ab 19 Uhr – Hafenvokü – Hamburg – St. Pauli


http://antifahamburg.blogsport.de/

ANTIFA SUPPORT FÜR ESCHEDE – 21.06.08

Antifaschistische Demonstration gegen Nazitreffen in Eschede

Am 21. Juni 2008 wollen Neonazis in Eschede (bei Celle) wieder einmal eine „Sonnwendfeier“ durchführen. Ort
der Veranstaltung soll der Hof von Joachim Nahtz sein.
Der Hof von Joachim Nahtz in Eschede entwickelte sich zu einem der wichtigsten Treffpunkte der norddeutschen
Neonaziszene. Seit Jahren finden dort solche Veranstaltungen statt. Zum einen bietet der Schutz des Privatgeländes
von Nahtz einen optimalen Rahmen für diese Treffen, zum anderen zeigt sich aber auch die zunehmende Bedeutung
der „Kameradschaft 73 Celle“, die die Sonnwendfeier veranstaltet, in der norddeutschen Neonazistruktur.

Der 1935 in Pommern geborene Landwirt Joachim Nahtz lebt mit seiner Familie auf einem abgelegenen, ziemlich
heruntergekommen Hof zwischen Eschede und Hermannsburg. Schon als 17jähriger trat er der „Deutschen
Reichspartei“ (DRP) bei, wechselte dann zur NPD, später zu den „Republikanern“, um 2005 wieder der NPD
beizutreten. Das langjährige NPD-Mitglied kandidierte 2005 zur Bundestagswahl und 2008 zur Niedersächsischen
Landtagswahl für die NPD. Schon sein Vater war in der NPD aktiv.

Nahtz bietet seit Jahren zahlreichen Neonazi-Gruppierungen Platz auf seinem Anwesen für ihre Veranstaltungen. So
fanden dort Wehrsportlager statt, wie z.B. 1992 von der später verbotenen „Nationalen Liste“ aus Hamburg.
Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei Nahtz Waffen, SS-Liedgut und eine Reichskriegsflagge sichergestellt.
Weiterhin fand dort im Dezember 2000 eine Wintersonnwendfeier der „Jungen Nationaldemokraten“ statt, die von der
Polizei aufgelöst wurde. Im Juni 2000 hatte bereits ein „Sommerfest mit Sonnenwende“ der niedersächsischen NPD dort
stattfinden können.

Allein im Jahr 2007 fanden vier größere Naziveranstaltungen auf dem Hof Nahtz statt. Vom 25. bis 28. Mai 2007 fand
dort das Pfingstlager der neonazistischen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) statt. Ungefähr 150 Personen,
darunter viele Kinder und Jugendliche, nahmen an einem Zeltlager teil. Am 23. Juni 2007 luden die „Kameradschaft 73
Celle“ und die „Nationale Offensive Schaumburg“ zu einer Sommersonnwendfeier ein, an der knapp 200 Personen
teilnahmen. Am 29. Oktober 2007 fand dort eine „Erntedankfeier“ statt, an der ungefähr 76 Neonazis teilnahmen und am
22. Dezember 2007 fand dann noch eine Wintersonnwendfeier der neofaschistischen Szene Norddeutschlands statt.
Ungefähr 160 Neonazis nahmen an dieser – von der „Kameradschaft 73 Celle“ organisierten – Veranstaltung teil.
Im Landkreis Celle existierte von 1979 bis Februar 1998 ein Neonazi-Schulungszentrum. Auf einem größeren
Grundstück, welches den Vereinen des Nazi-Rechtsanwaltes Jürgen Rieger aus Hamburg gehörte, trafen sich
jahrzehntelang verschiedenste Naziorganisationen. U.a. führte die 1994 verbotene „Wiking Jugend“ ihre Lager dort
durch. Nach antifaschistischen Protesten und vielen Medienberichten über das Treiben in Hetendorf, wurden zwei
Vereine von Jürgen Rieger verboten und das Nazizentrum geschlossen.

Sonnwendfeuer löschen!

Ursprünglich ist die Sonnwendfeier ein heidnisches Fest, das von der Bevölkerung Europas bereits vor der
Christianisierung gefeiert wurde. Es gibt jeweils eine Winter-, sowie eine Sommersonnenwende. Vor allem die
Sommersonnenwende wurde als Beginn des Sommers und somit als Beginn der fruchtbaren und warmen Zeit gefeiert.
Das Abbrennen von Holzstößen und das Überspringen des Feuers sollen Erneuerung, Reinigung und Fruchtbarkeit
symbolisierten.

Auch im Nationalsozialismus wurden Sonnwendfeiern zelebriert und in eine „germanische“ Tradition gestellt, an der sich
die Nazis orientiert haben. Während der Sonnwendfeiern wurde eine „Blut-, Boden, und Rassegemeinschaft“ abgefeiert,
die scheinbar seit den Germanen in Deutschland existent sein sollte.
Neonazis veranstalten immer wieder solche Feste und nehmen dabei direkten Bezug auf den Nationalsozialismus.
Während dieser Veranstaltungen wird in sog. „Feuerreden“ eine rassistische Weltanschauung propagiert und der
deutsche Faschismus glorifiziert. Wobei sie die Sonnwendfeiern und andere vermeintliche „germanische Traditionen“
mystisch betrachten.

Diese Veranstaltungen – auch in Eschede – dienen neben dem ausleben einer neonazistischen Ideologie, auch der
Vernetzung der Neonazis untereinander. Organisationen und Einzelpersonen treffen sich, Kontakte werden geknüpft
und ausgebaut. Außerdem soll der Nachwuchs in die extrem rechten Strukturen eingebunden werden, wobei schon
Kinder mit auf solche Veranstaltungen mitgenommen werden.

Schluss mit den Nazitreffen in Eschede!
Bislang konnten sich die Neonazis relativ ungestört auf dem Hof Nahtz in Eschede treffen. Nur gelegentlich
beobachteten JournalistInnen das Treiben dort und die Polizei überwachte die Veranstaltungen.
Erst im Jahr 2007 kam es zu ersten Protesten gegen die Naziveranstaltungen. Am 23. Juni 2007 veranstaltete ein
Bürgerschaftliches Bündnis gegen Rechts ein Johannisfeuer, die christliche Antwort auf das heidnische Sonnwendfeuer,
im Freibad Eschede. Am 22. Dezember 2007 protestierten dann noch einige wenige Menschen – am Zufahrtsweg zum
Hof Nahtz – gegen die stattfindende Wintersonnwendfeier.

In der scheinbaren Idylle im Wald bei Eschede, konnten sich die Neonazis bislang ungestört treffen und in den letzten
zwei Jahren hat sich auch dadurch bedingt, die extrem rechte Struktur im Landkreis Celle verstärken können. Die
„Kameradschaft 73 Celle“ gehört in Norddeutschland zu den zahlenmäßig größten und aktivsten. Die Anführer der
Kameradschaft, Dennis Bührig und Klaus Hellmund, gehören auch zu den Führungsaktivisten der niedersächsischen
Kameradschaftsszene.

Die Ruhe und fehlenden Proteste, fassen die Neonazis als Einladung nach Eschede und Bestätigung für ihre
menschenverachtenden Anschauungen auf.

Samstag, 21. Juni 2008
14.30 Uhr
Bahnhof Eschede

Infos: www.schlussmitnahtzischeiss.tk